Reflektieren mit KI: So bekommst du besseres Feedback durch Rollenwechsel
Lerne, wie du ChatGPT und Co. per Rollenwechsel als Stresstest nutzt, um präzises und zielgruppengenaues Feedback für Texte und Pitches zu erhalten.
Über diesen Snip
Wenn du Feedback zu deinem Text, Pitch oder Social-Media-Post brauchst, reicht ein einfaches „Was denkst du dazu?“ oft nicht aus. Lerne in diesem Snip, wie du durch gezielten Rollenwechsel der KI – zum Beispiel als budgetgeplagte Führungskraft, kritische Leserin oder überlastete Geschäftsführerin – viel klareres, emotional nachvollziehbareres und konstruktiveres Feedback erhältst.
Ergebnis: Du kannst deine Entwürfe einem realistischen Stresstest unterziehen, unbewusste Reizwörter aufdecken und Texte sofort gezielt auf die jeweilige Zielgruppe hin optimieren.
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Moin und willkommen zu diesem neuen Snip. Heute geht es um eine Art und Weise der Reflektion mit KI-Systemen, denn wenn du 'ne Idee raushaust, 'ne E-Mail etc., dann lohnt es sich immer mit KI nochmal 'ne Art Reflektion einzulegen. Und das kann natürlich ganz einfach sein: Gib mir mal Feedback zu dem Output, den ich erzeugt habe, oder den du erzeugt hast. Aber wir können auch ein bisschen konkreter werden und quasi 'ne andere Rolle einnehmen, denn die Rolle des Empfängers ist meistens etwas, was in ChatGPT recht gut abbildbar ist, natürlich auch in Gemini und Claude etc., und nochmal konkreteres Feedback zu geben. Und das Ganze kann man zum Beispiel Stresstest 2.0 nennen, so habe ich's einfach mal getauft. Und das hilft dir nochmal ein bisschen konkreteres Feedback für deine Beispiele zu bekommen beziehungsweise für deine Prompts, um dann die Ergebnisse, je nachdem wofür du das nutzt, auch noch besser hinzubekommen. Dafür springen wir mal kurz in ChatGPT rein. Wie gesagt, das Ganze funktioniert genauso in allen anderen Chat-Systemen, aber hier nur als Beispiel mal in ChatGPT. Und wir starten einfach mal mit einem einfachen Prompt, denn vielleicht möchtest du ein bisschen mehr Geld, und so könntest du sagen: Formuliere bitte eine Nachricht an meine Führungskraft und möchte gerne eine Gehaltsanpassung haben. Und kannst du noch was erwähnen, hier im Beispiel: Ich bin seit ein paar Jahren im Unternehmen und das Projekt Atlas 2.0 war super, ein erfolgreicher Part von mir. So, das kannst du generieren lassen und bekommst dann hier einen Output. Natürlich mit entsprechendem Namen, relativ kurz, kannst du aber noch anpassen. Und jetzt kannst du aber genau diese Rolle, die du ansprichst, nochmal quasi als Feedback nutzen. Das heißt, wir prompten hier zum Beispiel: Gut. Jetzt übernimm bitte die Rolle der Führungskraft. Und aktuell steht die natürlich erstmal unter Budgetdruck, weil die Planung für das Jahr aufgrund – können wir hier nochmal auf 2026 updaten – aufgrund schwacher Umsatzzahlen gekürzt wurde. Lies meine Nachricht aufmerksam und erkläre mir im Detail, welche Stellen nicht überzeugend sind, wo du kritisch nachhaken würdest und welche Formulierungen dich innerlich denken lassen: Das ist kein guter Zeitpunkt, ich lehne es ab. Schreibe deine Gedanken so gut, wie sie dir spontan kommen. So, und das schicken wir jetzt ab. Der Brief war ja erstmal ein bisschen kurz, aber hier kommst du quasi genau in die Rolle des Empfängers, und du siehst hier, wir springen oder hier wird direkt das Reasoning-Modell angeschmissen von ChatGPT. Das heißt, hier wird es noch mal ein bisschen konkreter, und es schlüpft quasi in die Rolle der Führungskraft und gibt dir mal genau wirklich satzgenau Feedback, um zu sagen: Um eine mögliche Gehaltsanpassung zu sprechen. Spontaner Gedanke: Oh nein, genau das Thema, das ich gerade gar nicht brauchen kann. Kritische Punkte, und so geht das Ganze weiter. Das heißt, dass wir hier nicht nur Feedback 'Was kann ich besser machen?', sondern ganz konkret aus einer Rolle, die du dann willst und ansprechen willst. Es geht aber noch weiter. Wir können noch mal ein paar Beispiele hier durchspielen, zum Beispiel den Bereich Social Media. Also wir nehmen mal hier wieder ein Beispiel und sagen: Schreibe drei LinkedIn-Posts, in denen ich mein neues Coaching-Programm Fokus-Sprint ankündige. Es startet am 15. April 2026, dauert 6 Wochen und richtet sich an Selbstständige, die produktiver arbeiten wollen. Dann bekomme ich hier natürlich erstmal LinkedIn-Beiträge. Je nach Prompting und je nach Struktur und Output natürlich ein bisschen mehr Mühe in den Prompt geben, damit du hier auch ein Ergebnis bekommst, mit dem du selber erstmal zufrieden bist. Aber wir bekommen hier erstmal natürlich LinkedIn-Beiträge raus. So, sieht erstmal gut aus. Und jetzt hast du ja ein ganz konkretes Produkt, du hast 'ne ganz bestimmte Zielgruppe, und die kannst du hier quasi wieder ansprechen. Du hast ja geschrieben LinkedIn-Beitrag, du hast eine bestimmte Zielgruppe, die vielleicht auch damit irgendwie arbeiten, und so könntest du das zum Beispiel auch schreiben: Übernimm die Rolle einer kritischen LinkedIn-Leserin, die sofort auf Buzzwords wie Mindset-Shift, transformativ oder Gamechanger allergisch reagiert. Lies meine Posts und erkläre mir ausführlich, welche Formulierungen für dich nach leerem Marketing klingen, wo der Text übertrieben wirkt und wo oder zu sehr nach Selbstpromotion aussieht. Schreibe außerdem dazu, an welchen du kommentieren würdest: Schon wieder dieses Business-BlaBla oder Coach-BlaBla. Das heißt hier sehr konkret, wenn du sagst, was ist denn so 'ne richtig kritische Stimme bei mir in der Zielgruppe, wo ich sage, boah, wenn ich die überzeuge, dann habe ich gewonnen. Wenn du daran denkst und guckst, wie sie so tickt, vielleicht auch bereits aus Kundengesprächen, Zielgruppengesprächen, kannst du dir schon einiges rausholen. So, haben wir jetzt hier den Bereich: Erstmal Post 1: Klar und kraftvoll. Was nach leerem Marketing klingt: 'auf neues Level heben wollen' – klar, Klassiker –, 'genau für dich gebaut' – typischer Werbetext, du behauptest den Leser perfekt zu kennen, aus Kriteriensicht du kennst kein Stück, aber genau für mich gebaut, alles klar. Jetzt bekommst du hier sehr umfangreiches Feedback und kannst hier natürlich nicht nur das Feedback durchlesen, sondern auch sagen: Okay, dann schreib jetzt mal LinkedIn-Beiträge, die die Person überzeugen. Das heißt, du kannst hier, das Feedback ist noch nicht fertig, entsprechend auch den Spieß umdrehen und das Feedback dieser Zielgruppe dafür nutzen, um neue Inhalte zu generieren. Du siehst: sehr umfangreiches Feedback der Zielgruppe, super, interessant noch mal andere Gedankengänge zu bekommen. Und hier bekommen wir dann aus diesem langen Feedback mit unserem Input dann noch mal was Konkreteres, wo die kritische Leserin sagen würde: Okay, das klingt vernünftig. So, das heißt, hier hast du noch mal einen neuen Approach, dieses Feedback auch wirklich zu nutzen. Ich habe noch weitere Beispiele, die ich dir zeigen will, zum Beispiel auch mit konkreten Formulierungen beziehungsweise konkreten Pitches in dem Sinne. Also wenn du zum Beispiel Sachen präsentieren willst und kurz und knackig überzeugen willst, können wir hier zum Beispiel sagen: Erstelle mir eine klare 5-Minuten-Pitch-Struktur für unser Analyse-Tool Dataflow X, kleine Unternehmen dabei unterstützt, Verkaufszahlen automatisch zu visualisieren. Der Pitch soll im Gespräch stattfinden. Und dann bekommen wir hier den Pitch mit dem Aufbau, und du siehst hier entsprechend gut strukturiert. Ja, und hier kannst du dir schon denken: die Rolle der Geschäftsführerin natürlich spannend, die jeden Tag mit Tools und Software-Pitches überflutet wird und nur wenig Zeit hat, den Pitch-Entwurf wirklich aufmerksam zu lesen. Das heißt, was überzeugt hier wirklich eine richtig, richtig kritische Zielgruppe? Und das können wir hier entsprechend nutzen, um zu schauen, was kommt dabei raus. Und dann auch gerne bei dem Feedback so konkret wie möglich: Beschreibe, an welchen Stellen ich die Aufmerksamkeit verliere und welche konkreten Fragen du stellen würdest, um herauszufinden, ob du wirklich verstehst, was dein Unternehmen braucht. Das heißt, hier gibt's auch wieder Rückfragen von ChatGPT. Hier nochmal den vollständigen Text des Pitches einfügen, den könnte man natürlich oben jetzt rauskopieren, oder den Aufbau besser gesagt, und sagen: Nimm den Aufbau von oben. Dass es hier natürlich auch um die konkreten Formulierungen kümmern. So. Und jetzt schlüpft das Ganze in die Rolle: Einstieg gut, aber austauschbar. Lösung technisch sauber, aber für mich noch zu nebulös. Das heißt, hier fehlt konkrete Sachen: Feature-Highlights, Gefahr: zu viele Funktionen, zu wenig Nutzen. Also du siehst hier schon sehr, sehr cooles Feedback. Natürlich alles ein bisschen sehr, sehr krass vielleicht, aber das bereitet, glaube ich, einen sehr, sehr gut vor. So, ich habe noch ein Beispiel, und zwar wo es auch darum geht, wie kommuniziert man denn schön. Und wir nehmen mal hier das Beispiel: Formuliere eine höfliche, aber klare Nachricht an eine Kollegin oder einen Kollegen aus dem Bereich Customer Success. Die Person hat im Jahr 2025 drei Deadlines für das Kundenprojekt verpasst und ich muss diese Woche meinen Teil abschließen. Das heißt auch hier 'ne nette Nachricht, und hier kannst du auch solche mal emotionaleren Texte und Situationen wieder feedbacken lassen, zum Beispiel die Perspektive der Person entsprechend einnehmen. Also hier: Die Person, die eher zu einer defensiven Reaktion neigt und sich schnell ungerecht behandelt fühlt, lies die Nachricht durch und erkläre mir, welche Formulierungen versteckte Vorwürfe vielleicht innehaben und wo du dich direkt ungerecht fühlst. Und das sorgt natürlich auch für eine ganz schlechte Kommunikation. Das heißt, bevor du sagst: Ah, ich habe hier eine kritische Situation, ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll, ich habe 'ne Formulierung, ich weiß aber nicht, wie es ankommt – mal testen! Wenn du die Person oder den Empfänger, die Empfängerin kennst, kannst du das auch mit einfließen lassen. Das ist super, super wertvoll. Natürlich ist das nicht eine 100-prozentige Garantie, dass alles so rumkommt, aber du siehst, ich bekomme hier schon zu bestimmten Formulierungen, zu bestimmten Sätzen schon direkt innere Reaktionen formuliert, die erzeugt werden können, an die ich vielleicht selber gar nicht denke, die mir gar nicht bewusst werden. Und das ist eine super, super hilfreiche Technik, um nicht nur einfach Feedback zu bekommen aus dem erzeugt hast: 'Mach mal besser, gib mir mal Feedback, was kann ich verbessern?', sondern ganz konkret mit der Empfängerrolle zu arbeiten, um dir Feedback zu geben, Gedanken, die vielleicht entstehen, an die man gar nicht geht. Das heißt, eine ganz ganz andere Art von Feedback, die du hier bekommen kannst mit ChatGPT, Gemini, Claude. Wie gesagt, funktioniert in allen gängigen Tools. Und dabei beim Erstellen deiner Feedbacks und besonders dem Erstellen von besserem Output durch konkreteres Feedback wünsche ich dir ganz viel Spaß. Und wir sehen uns natürlich beim nächsten Snip. Ciao!
Vom Anschauen zum Anwenden
Was möchtest du aus diesem Snip in deinem Arbeitsalltag ausprobieren? Wähle eine konkrete Aufgabe und überlege, wie du das Ergebnis überprüfen kannst.




