Moin und willkommen zu diesem neuen Snip.
Heute will ich dir einmal zeigen, wie du noch ein bisschen effektiver prompten kannst.
Denn vielleicht kennst du das: Du arbeitest in ChatGPT, Claude, Gemini etc.
und promptest was, das Ergebnis ist erstmal gut, aber halt noch nicht...
Du promptest noch zwei-, dreimal nach und irgendwann nähert sich das dann deinem gewünschten Ergebnis.
Und dann, zwei, drei Tage später, kommt der ganze Kram nochmal.
Die Zeit solltest du dir sparen und ich will dir heute mal über eine Reverse-Technik mal zeigen, wie du solche Prozesse in Zukunft besser handelst und dann auch Zeit sparst und dir eine bessere Prompting-Library bzw. -Auflistung erstellst.
Und das schauen wir uns jetzt mal an einem konkreten Beispiel an und wir springen dafür direkt mal in ChatGPT rein.
Natürlich kannst du dies für alle anderen Systeme auch nutzen. Das ändert nichts daran, ob du das in ChatGPT machst, in Claude, in Gemini. All diese Tools funktionieren ähnlich, solange da das Transformer-Modell dahinter ist.
Und wir starten einfach mal mit einem sehr allgemeinen Beispiel und einem schlechten Prompt.
Zum Beispiel: Erkläre die Vor- und Nachteile von Remote Work.
Und dann bekommen wir hier erstmal einen Output geliefert.
Der ist erstmal, gibt erstmal wieder was wir erwartet haben, nämlich die Vor- und Nachteile von Remote Work.
Und jetzt sind wir aber hier irgendwie noch nicht zufrieden, wir wollten das anders haben.
Deswegen haben wir jetzt zum Beispiel einen zweiten Prompt:
Der Anfang ist gut, aber noch oberflächlich. Bitte strukturiere die Antworten in drei Bereiche: eine Einleitung mit zwei bis drei neutralen Sätzen, dann Vorteile jeweils mit ein bis zwei erklärenden Sätzen, danach fünf Nachteile, ebenfalls mit Erklärung. Die Zielgruppe sind Kleinunternehmen mit weniger als 20 Mitarbeitern.
So. Und das heißt, wir geben jetzt hier nochmal eine neue Struktur vor und haben jetzt gemerkt, der erste Prompt, der war nicht gut bzw. das Ergebnis hätten wir gerne noch ein bisschen variiert.
Und ChatGPT wird dann hier auch entsprechend diese neue Auflistung übernehmen.
Wir sehen hier die Einleitung, wir haben Vorteile mit entsprechenden Sätzen dazu und wir haben das Ganze schon mehr in unserem Stil.
Aber wir sind noch nicht ganz zufrieden.
Denn: Schon besser, aber ich brauche das deutlich praktischer und umsetzungsorientierter. Bitte folgende Struktur nutzen: Mini-Einleitung, zwei Sätze, danach drei wichtigste Vorteile, jeweils mit Erklärung und einem konkreten Beispiel aus dem Arbeitsalltag und vielleicht auch mit einem typischen Missverständnis. Danach die drei wichtigsten Nachteile, ebenfalls mit dem Prozess.
Das heißt, wir haben jetzt hier weitere Wünsche geäußert, um hier etwas zu zaubern, was uns noch mehr hilft, was uns wirklich dann im Output weiterhilft, wie auch immer wir es nutzen wollen: für eine PowerPoint-Präsentation oder auch für ein Briefing. Das spielt ja erstmal keine Rolle.
Und du siehst hier: Vorteil, Erklärung, Beispiel und typisches Missverständnis.
Und das Ganze ist jetzt hier eine schönere Struktur.
Und mit der will ich jetzt arbeiten. Und vielleicht in Zukunft dasselbe Thema nochmal erklären oder vielleicht auch andere Themen angehen.
Das heißt, hier sind wir jetzt an dem Punkt, wo wir sagen, wir sind happy.
Und jetzt bauen wir uns daraus nämlich einen Prompt. Und da kommt dann quasi genau dieser Reverse-Gedanke hinzu.
Denn jetzt haben wir hier den Prompt und sagen: Perfekt. Bitte analysiere unsere gesamte Konversation und formuliere daraus einen einzigen optimalen Master-Prompt, der sofort diese finale, strukturierte und praxisnahe Analyse erzeugt hätte. Der Master-Prompt soll Rolle, Ziel, Struktur, Stil und Formatierung klar definieren.
Rolle kann man mitnehmen, muss man nicht, aber ich habe mal hier so die Standardsachen mit reingenommen.
Das heißt, wir bekommen jetzt hier aus diesem finalen Ergebnis einen Master-Prompt, der hier ganz klar sagt: Okay, worum geht's? Hier mit den 20 Mitarbeitern, die Struktur hier vorgibt, Mini-Einleitung, drei Vorteile, Erklärung, konkretes Beispiel und typisches Missverständnis...
Und ja, das Ganze hier nochmal mitgibt und das kann ich jetzt wieder so nutzen.
Das heißt, ich könnte jetzt hier diesen Prompt nehmen und beispielsweise in einem neuen Chat öffnen.
Und dann bekomme ich hier das Ergebnis so raus, wie ich es erwartet hätte.
So, das heißt, wir haben hier... Genau, Remote-Work-Thema habe ich nicht vorgegeben.
Wir sehen hier: Es ist gar nicht so... Du erklärst komplexe Themen verständlich, praxisnah, ohne Buzzwords.
Das heißt, wir haben hier genau das Thema wieder und die Struktur, mit der wir zufrieden waren, die wir über fünf, sechs Iterationen hatten, haben wir jetzt hier bekommen.
Wenn wir das Ganze jetzt noch allgemeiner halten wollen, weil wir sagen, wir haben öfters mal Themen oder Content-Formate – das kannst du in ganz verschiedene Bereiche mitdenken –, die wir immer ähnlich vom Output her aufbauen wollen, dann können wir das Ganze auch noch allgemeiner halten.
Dafür kannst du zum Beispiel diesen Master-Prompt, wie wir ihn gerade hatten, noch allgemeiner halten und sagen: Bitte nutze hierfür nur entsprechende ja Beispiele bzw. nur Platzhaltertexte für Thema, für entsprechende Zielgruppen, je nachdem was du erstellst.
Aber auch hier siehst du, ist der Prompt schon so allgemein gehalten, dass es hier um Komplexität, die verständlich erklärt werden... Das heißt, hier kannst du schon mit neuen Themen reingehen und muss gar nicht das sein, was du vorher hattest.
Und mit diesem System kommst du von einem ja schlechten Prompt mit einem erarbeiteten Ziel, mit einer erarbeiteten Struktur ganz schnell wieder zurück zu einem perfekten Prompt für dein Ergebnis, mit dem du dann in Zukunft sehr viel Zeit sparst, weil du einfach diesen perfekten Master-Prompt dann nimmst.
Ein Tipp noch von mir: Du siehst hier, die Formatierung ist ein bisschen nicht so schön.
Wenn wir das Ganze jetzt in unseren Prompt hier nochmal reingehen, dann haben wir hier unseren Master-Prompt und können hier sagen: Bitte den Master-Prompt in Markdown...
Du kannst auch schreiben: Code-Box, das mache ich ganz gerne. Und so bekommen wir dann hier nämlich auch das Markdown und das ist dann wesentlich strukturierter und damit können wir besser arbeiten.
Und auch ChatGPT erkennt natürlich diese Markdown-Formatierung hier und gibt dem Ganzen dann nochmal ein bisschen mehr Struktur.
Ähnliches Ziel, anders formatiert, ist für die Weiterverarbeitung meistens ein bisschen besser geeignet, weil du hier schon eine ganz gute Struktur hast.
Und beim Erstellen jetzt von deinen neuen Master-Prompts und dieses Mitdenken, das ist eigentlich das Essenzielle: das Mitdenken, dass du hier auch wieder zurückführst, nachdem du etwas erarbeitet hast, um dir den Vorteil, den du erarbeitet hast, auch in Zukunft wieder auf den Tisch zu holen. Das solltest du immer im Hinterkopf behalten.
Und beim Ausprobieren und beim Erstellen deiner nächsten zwei, drei, vier, fünf, sechs Master-Prompts wünsche ich dir ganz viel Spaß und wir sehen uns beim nächsten Snip. Ciao!